Ausstellung 2011

Thema: Gnadensee

Lage: zwischen Allensbach und der Insel Reichenau

Namensentstehung, Wirklichkeit und Legende:
Der Gnadensee hieß früher „Allensbacher See“, „Ower See“ (Ower = Auer = Reichenauer), „Innerer See“, „Unsers Herrn von Ow See“. Der Herr der Reichenau war der Grundherr, der Abt der Reichenau. 1540 wurde das Reichenauer Gebiet in das Territorium der Fürstbischöfe von Konstanz eingegliedert. Grundherr war damit nicht mehr der Abt der Reichenau, sondern der Fürstbischof von Konstanz mit der Folge einer neuen Namensgebung, nämlich „Seiner Fürstlichen Gnaden See“. 1803 wurde das Gebiet badisch. Erst seit dieser Zeit erscheint in den Urkunden der abgekürzte Seename „Gnadensee“. (Boltze, Altes und immer junges Allensbach, 1975, S. 16)

Der Legende nach kommt der Name des Gnadensee aus der Zeit, als die Gerichtsbarkeit auf der Insel Reichenau angesiedelt war. Wurde ein Angeklagter zu Tode verurteilt, so konnte die Vollstreckung des Urteils nicht auf der Insel Reichenau ausgeführt werden, sondern nur auf dem Festland, da die ganze Insel „heiliger Boden“ war. Deshalb wurde der Verurteilte zur Vollstreckung des Urteils mit einem Boot zum Festland nach Allensbach gebracht. Wenn nun der Abt den Verurteilten doch noch begnadigen wollte, so ließ er die Glocke läuten, bevor der Verurteilte am anderen Ufer ankam. Damit wurde dem Henker am Festland signalisiert, daß der Verurteilte Gnade erfahren hatte. (Wikipedia)

Steht man auf dem Hörenberg oberhalb von Allensbachs Ortszentrum, dann sieht man auf den Gnadensee......