Innerhalb des Skulpturenparks Allensbach 2017 spannt sich die Arbeit IPOTESI über zwei gegossene Betonsockel, sie symbolisiert die Brücke der gedanklichen Vorstellungen in die subjektive Zukunft. Mag das die Welt als Wille und Vorstellung (Schopenhauer) sein oder etwa sogar ein sinnreiches Leben im Hinblick auf das Jenseitige, wofür die IPOTESI – Brücke das „Übergänglein“ darstellen kann – der Betrachter bekommt keine Antwort.

Das Werk besteht aus einem alten Eichenbalken; Eichenbalken waren einstmals in Räume eingebaut, sie hatten statische Funktionen übernommen, sie waren ineinander verzapft und gaben Menschen Schutz und Behausung. Jetzt überbrückt dieser transformierte Eichenkörper freien Raum, aus einem Stück geschaffen. Die Beseelung der Skulptur liegt in ihrer Form, es ist, als wollte sich etwas mitteilen, das in dem Werk eingeschlossen ist, was sich allein durch die Anschauung erschließt; nun liegt die Skulptur dort, haltbar, dauerhaft, stabil, ehrlich und auch sinnlich.
Dennoch schwingt in der Skulptur, die aus dem alten Eichenbalken besteht, Geschichte mit, denn auch die Vorangegangenen hatten Hypothesen über ihre individuelle Zukunft.
Nach einer langen und intensiven Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Holzstück, das er für seine Vorstellung der IPOTESI ausgewählt und an die Erde geschraubt hat, erwartet diese die Betrachtung der Menschen, bar jeglicher praktischen Nutzung. 

Reiner Anwander

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