Rainer Anwander
„Haus am Wasser“, 2010, Eiche, auf Eisensockel

Rainer Anwander
„Haus am Wasser“, 2010, Eiche, auf Eisensockel

Rainer Anwander
„Haus am Wasser“, 2010, Eiche, auf Eisensockel

Markus Brenner
„Nackte Fische - nicht bei uns“ Installation am Steg, 2011

Markus Brenner
„Nackte Fische - nicht bei uns“ Installation am Steg, 2011

Markus Brenner
„Nackte Fische - nicht bei uns“ Installation am Steg, 2011

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Ausstellung 2011

Thema: „Gnadensee“

 

Die Skulptur am Gnadensee

Was liegt näher, als eine geplante Ausstellung im Allensbacher Seegarten unter das Thema „Gnadensee“ zu stellen und den Künstlern Wirklichkeit und Legende der Na- mensentstehung mit an die Hand zu geben?

Der Gnadensee hieß zur Zeit des reichen Klosterlebens auf der Insel Reichenau „Allens- bacher See“, „Ower See (Ow = Au = Reichenau), aber auch „Unsers Herrn von Ow See“. Nach dem Niedergang des Klosters im 16. Jh. wurde das Reichenauer Gebiet - samt See zwischen Allensbach und Reichenau - in das Territorium der Fürstbischöfe von Konstanz eingegliedert; damit war der Grundherr nicht mehr der Abt der Reichenau sondern der Fürstbischof von Konstanz mit der Folge einer neuen Namensgebung, nämlich „Seiner Fürstlichen Gnaden See“. 1803 wurde das Gebiet badisch. Erst seit dieser Zeit erscheint in den Urkunden der abgekürzte See-Name „Gnadensee“. (Boltze, Altes und immer junges Allensbach, 1975, S. 16)

Die Legende aber besagt, dass der Name „Gnadensee“ auf die Zeit zurück geht, in der die Gerichtsbarkeit auf der Insel Reichenau angesiedelt war. Da die gesamte Insel „heiliger Boden“ war, konnte ein zum Tode Verurteilter nicht auf der Reichenau hingerichtet werden. Man musste ihn vielmehr zur Vollstreckung des Urteils auf das Festland nach Allensbach zum „Galgenacker“ bringen. Ließ der Abt jedoch die Glocke läuten, bevor der Verurteilte das Ufer erreichte, wurde dem Henker auf dem Festland signalisiert, dass diesem Gnade widerfahren war.

Nicht überraschend ist die Tatsache, dass die Künstler besonders von der Legende der Namensentstehung in ihrer Arbeit inspiriert wurden. Der Ideenreichtum der eingereich- ten Skulpturen ist Zeugnis hierfür. Darüber hinaus konnte, ja sollte jeder seine Gedan- ken zu seinem Kunstwerk äußern, so dass uns - den Besuchern - Hintergründe erhellt werden.

Da die Reaktion der Bevölkerung und Besucher bemerkenswert positiv und ausgeprägt ist, hat sich die Gemeinde Allensbach zur Verlängerung der zunächst nur für 7 Wochen geplanten Skulpturenausstellung bis zum Frühherbst 2011 entschieden. Die schließlich jurierten 23 Skulpturen fügen sich nun in das Seeufer Allensbachs ein, stehen in Kontext zur Umgebung und regen die Gedanken über Geschichte, Legende oder auch Geolo- gie unseres Ortes an.

Sabine Hierholzer

Arbeitsgruppe Skulpturenpfad „Allensbachs Wege“

 

Teilgenommen haben 2011: 

Reiner Anwander, D
Markus Brenner, D
Adrian Bütikofer, CH
Falko Jahn, D
Johanna Knöpfle, D
Alois Landmann, D
Albert Lehmann, CH
Markus Meyer, D
Simeun Moravac,
CH Fery Müller, D
Rolf Neuweiler, CH
Yvan Pestalozzi, CH
Reinhard Scherer, D
Jochen Schimpfle-Andresen, D Milan Spacek, CH
Waltraud Späth, D
Herbert Stehle, D
Siegi Treuter, D
Christiane Tureczek, CH
Samy Vermeulen, D
Alexander Weinmann, D
Rolf Wyss, CH

Christoph Rütimann, CH, Ehrengast der Ausstellung

Joachim Schweikart, D, dessen Skulptur den Beginn des Skulpturenpfades „Allensbachs Wege“ markiert