Thema und Konzeption

4. Skulpturenausstellung im Seegarten Allensbach, Mai bis Oktober 2020

Thema: UNTERWEGS - in Raum und Zeit

Das Leben ist Unterwegs-Sein und wird markiert von:

Aufbruch – auf dem Weg sein – Ankommen

Dieser Weg wird bestimmt von Raum und Zeit - zwei Faktoren, ohne die das tägliche Leben der Menschen undenkbar ist - aber Wandel bedeuten. Beispielhaft genannt seien das hohe Mobilitätsbedürfnis, die Kommunikation in der digitalen Welt, der Weg zur digitalen Kunst, der Umbruch in der Gesellschaft durch Kriegs-, Arbeits- oder Bildungsmigration oder der Wandel in der Kunst-Präsentation.

Mobilitätsbedürfnis: Die Vielfalt des individuellen Mobilitätsbedarfs und der Mobilitätsformen im Alltag oder beim Tourismus erfordert neue Angebote; hier entsteht u.a. auch der Ruf nach einem weiteren Straßenausbau. Diesem Umbruch und dem dadurch bedingten drohenden Kollaps sehen sich die Menschen in unserer Region bereits täglich ausgesetzt.

Die Kommunikation im digitalen Zeitalter wird mit immer neuen Versionen ermöglicht - Errungenschaften, die entwickelt werden zur Erleichterung des Lebens. Allerdings zeigen Beispiele in sozialen Netzwerken, welche Macht dem Datenmissbrauch innewohnt.

Kunst, im Speziellen Bildhauerei, ist Handwerk, um eine Plastik zu schaffen. Aber auch hier wird der Wandel erkennbar: Performances, Installationen, Video, Foto oder Film, das sind die Arbeitsgebiete z.B. der Stipendiaten für „Bildende Kunst 2018“ der Kunststiftung Baden-Württemberg. Beim Experimentieren wird Altes hinter sich gelassen.

Veränderungen in der Gesellschaft durch Kriegs-, Arbeits-, oder Bildungs-Migration führen zu Herausforderungen, deren Bewältigung zu den vornehmsten Aufgaben in diesem Jahrhundert gehört. Auch ist der Wandel des Menschen zum Weltbürger zu beobachten. Dem gegenüber steht ein (Lokal)-Patriotismus, der die emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation (Umgebung) beinhaltet.

UNTERWEGS werden wir auch mit einem innovativen Experiment in der Präsentation der Exponate sein: Mit dem „Wandel vom Stein zur Cloud“ entstehen im Seegarten reale Skulpturen und für den Besucher auch virtuell darstellbare Skulpturen. Über eine App werden auf dem Smartphone an vorher definierten Punkten virtuelle Skulpturen in der Augmented Reality = erweiterte Realität (AR) angezeigt, so dass der Besucher das digitalisierte Kunstwerk von allen Seiten betrachten kann, als würde es wirklich zwischen den anderen stehen, ein Experiment, das besonders junge Besucher ansprechen wird.

Hier wird die Lücke geschlossen zwischen physischer und digitaler Welt. Dabei erfasst die im Smartphone integrierte Kamera die reale Welt, die App erweitert die Aufnahme um virtuelle Elemente und beides wird im Display ausgegeben. In unserer Ausstellung sieht der Besucher also an einem definierten Punkt auf seinem Smartphone den Allensbacher Seegarten mit seiner Umgebung und über die App angereichert das im Informationsschild bezeichnete Kunstwerk. Hier ermöglicht die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung die Präsentation von nicht physisch anwesenden Kunstwerken.
Die Augmented Reality wird zunehmend z.B. in Bereichen von Marketing, PC-Spielen, Unterhaltung, Medizin oder Bildung angewendet. Wir nutzen diese Technologie nun in der Ausstellung - neben der Präsentation von „physischen Skulpturen“ - zur Präsentation von „virtuellen Skulpturen“ und hoffen, mit diesem innovativen Experiment Sponsoren und Forschungseinrichtungen (z.B. HTWG Konstanz) zu interessieren.